
Zwei Klicks entscheiden darüber, ob ein Linktree-Profil abmahnsicher ist oder nicht. Diese Zwei-Klick-Regel ist der Grund, warum die Impressumspflicht auch für ein Linktree-Profil gilt und nicht nur für die Hauptwebsite. Ich habe mein eigenes Profil DDG-konform gemacht, nachdem mir klar wurde, wie schnell aus einem hübschen Link-in-Bio-Sammelplatz eine echte Abmahngefahr werden kann. Hier sind die Antworten auf die Fragen, die ich mir selbst gestellt habe, bevor ich als Solopreneurin verstand, wie sich ein Linktree-Profil rechtssicher aufbauen lässt, ohne dass das Ganze wie eine Behördenakte wirkt.
Wer als Freiberuflerin, Coach oder Etsy-Shop-Betreiberin ein Linktree-, Beacons- oder Koala-Profil nutzt, um Kundschaft von Social Media auf die eigene Website zu lenken, betreibt damit ein eigenes Telemedium. Das war für mich der erste Punkt, der die ganze Sache dringend gemacht hat: Ein Linktree-Link in der Bio ist kein privates Extra, sondern Teil des geschäftlichen Auftritts, sobald darüber Dienstleistungen oder Produkte beworben werden.
Braucht mein Linktree-Profil wirklich ein eigenes Impressum?
Ja – sobald das Profil geschäftsmäßig genutzt wird, reicht ein Impressum allein auf der Hauptwebsite nicht aus. Seit Mai 2024 regelt das Digitale-Dienste-Gesetz das, was vorher im Telemediengesetz stand, konkret in Paragraf 5 – neuer Name, gleiche Pflicht. Entscheidend ist das Wort "geschäftsmäßig": Sobald ein Angebot beworben wird, zählt auch ein kleines Nebenprojekt dazu, sobald dafür Geld fließt.
Eine Freundin, die vegane Kochkurse in der Spinnerei in Plagwitz organisiert und Gäste dafür über ihre Instagram-Bio einlädt, war lange überzeugt, das zähle nicht, weil sie "ja nur ein Hobby" betreibt. Sobald sie für die Kurse Geld nimmt und dafür wirbt, ist genau das nicht mehr der Fall – unabhängig davon, wie klein oder gelegentlich das Angebot ist.
Die Zwei-Klick-Regel gilt auch für ein Linktree-Profil
Von jeder Stelle aus, an der jemand mit dem eigenen Business in Kontakt kommt, muss das Impressum in maximal zwei Klicks erreichbar sein. Beim Instagram-Profil ist der erste Klick meist der auf den Linktree-Link in der Bio, der zweite muss dann direkt zum Impressum führen – nicht über einen Umweg über die Startseite, von der aus man erst zum Footer scrollen muss.

Reicht ein Link zu meiner normalen Impressum-Seite?
Grundsätzlich ja, wenn der Link klar benannt und ohne Umwege erreichbar ist. Ein Button, der nur "Website" heißt und die Besucherin erst zum Scrollen durch die ganze Seite zwingt, reicht rechtlich eher nicht – die Anforderung lautet, dass das Impressum leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein muss.
Das hätte ich gerne vorher gewusst: Eine generische Bezeichnung wie "Website" oder "Mehr Infos" zählt vor Gericht nicht automatisch als der zweite Klick zum Impressum. Ich bin diese Anforderung so oft durchgegangen, dass sich auf dem glatten Rand meines Bildschirms deutliche Fingerabdrücke abzeichneten, weil ich beim genauen Lesen des Kleingedruckten jedes Mal näher heranrückte. Die Bezeichnung muss erkennen lassen, wohin der Link führt, deshalb heißt meiner im Linktree schlicht "Impressum" – nicht "Rechtliches", nicht "Info".
Die richtigen Angaben in den Linktree-Link einbauen
Verlinkt werden sollten dieselben Angaben wie auf der Hauptwebsite: Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit und die übrigen Pflichtangaben aus dem eigenen Impressum. Neben dem Impressum-Link gehört aus meiner Sicht auch ein Link zur Datenschutzerklärung ins Profil, selbst wenn das rechtlich zwei unterschiedliche Baustellen sind – Besucherinnen suchen beides oft an derselben Stelle.
Wer im Linktree zusätzlich Affiliate- oder Werbelinks platziert, sollte diese klar als solche kennzeichnen, statt sie zwischen den übrigen Buttons verschwinden zu lassen – auch das gehört zu einem sauberen Profil, nicht nur das Impressum allein. Weil Linktree selbst ein Drittanbieter-Tool ist, das im Hintergrund eigene technische Daten verarbeitet, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die eigene Cookie- beziehungsweise Consent-Situation auf der verlinkten Website.

Was passiert, wenn ich das Impressum einfach weglasse?
Fehlt die Anbieterkennzeichnung, drohen Abmahnungen durch Mitbewerber oder spezialisierte Kanzleien, und die Kosten dafür trägt in der Regel die abgemahnte Person. Wie hoch das im Einzelfall ausfällt, hängt vom konkreten Verstoß ab – pauschale Zahlen helfen hier wenig, wichtiger ist, das Risiko überhaupt ernst zu nehmen, statt es wegzuschieben.
Genau dieser Reflex – schnell selbst improvisieren, statt genau hinzuschauen – hatte mir vorher schon einmal Ärger eingebracht: Ich hatte mir ein Cookie-Banner seinerzeit selbst in den HTML-Code gebastelt, ohne vorher zu prüfen, ob es überhaupt rechtskonform war. Beim Linktree-Impressum wollte ich diesen Fehler kein zweites Mal machen.
DDG-konform bleiben, ohne das Profil-Design zu zerschießen
Zunächst sah mein Linktree mit einem großen "Impressum"-Button direkt unter dem Portfolio-Link ziemlich unschön aus. Über Position und Farbwahl lässt sich das lösen, solange der Link weiterhin mit einem Klick vom Linktree aus erreichbar bleibt – die Zwei-Klick-Regel ist damit trotzdem erfüllt, weil vom Instagram-Profil aus insgesamt nur zwei Klicks nötig sind.
Direkt in den Linktree-Text zu schreiben, statt zu verlinken, schien mir anfangs die elegantere Lösung. Bei jeder Adressänderung müsste ich das dann aber an mehreren Stellen gleichzeitig pflegen, und genau das macht die Verlinkung auf die bestehende Impressum-Seite am Ende praktischer, nicht unpraktischer.

Typische Denkfehler von Solopreneurinnen beim Linktree-Impressum
"Alle anderen machen es doch auch nicht" ist der Denkfehler, der mich selbst am längsten aufgehalten hat. Ein großes Profil ohne Impressum-Link beweist nicht, dass die Regel dort nicht gilt – es zeigt höchstens, dass bisher niemand abgemahnt hat oder dass im Hintergrund längst jemand darum kämpft.
Vor ein paar Wochen klingelte abends um halb elf mein Handy, und für eine Schrecksekunde dachte ich an eine Abmahnkanzlei – es war nur meine Mutter, die fragen wollte, ob ich am Wochenende vorbeikomme. Dieser kurze Angstreflex zeigt, wie sehr einen die Abmahngefahr im Hinterkopf begleitet, solange man weiß, dass irgendwo im eigenen Profil noch eine Lücke steckt.
Wie ich generell verhindere, dass Rechtstexte auf der Website mit der Zeit veralten, habe ich in einem separaten Eintrag zusammengefasst: Rechtstexte auf der Website aktuell halten. Ähnliche Transparenzfragen tauchten bei mir auch beim Einsatz von KI-Tools für Texte auf, dazu mehr unter KI-Tools wie ChatGPT rechtssicher nutzen. Und wer wissen will, was passiert, wenn jemand konkret Auskunft über die eigenen Daten verlangt, findet das unter Auskunftsersuchen nach DSGVO als Solopreneurin beantworten.
Fünf Minuten reichen meistens, um den eigenen Linktree zu prüfen: einen Link klar "Impressum" nennen, ihn ohne Umweg über die Startseite direkt verlinken, und falls Werbelinks im Profil stehen, sie klar kennzeichnen. Das kostet kurz Nerven für die Optik, erspart aber langfristig genau die Art von Post im Briefkasten, auf die niemand Lust hat.
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